Alternativen zur Verbesserung der Zufahrtssituation zum Hafen Friedrichskoog, Nordsee

Anlass der Untersuchung ist die für den Schiffsverkehr und die Entwässerung des Binnenlandes nachteilige Entwicklung der Sedimentation in der Hafenzufahrt Friedrichskoog. Die Untersuchungen dienten der Bewertung von Maßnahmenvarianten zur Verbesserung der Zufahrtssituation, insbesondere der Reduktion der Versandungstendenz in der Hafenzufahrt Friedrichskoog sowie der Aufrechterhaltung der Binnenentwässerung. Hierzu wurde ein morphodynamisches Modell entwickelt, das mit Messdaten kalibriert und verifiziert wurde.

Hafenzufahrt Friedrichskoog in 2006
Hafenzufahrt Friedrichskoog in 2006 © GeoBasis-DE/LVermGeoSH

Projektlaufzeit: 2008-2010

Fünf Maßnahmenvarianten wurden zur Lösung des Versandungsproblems untersucht, drei von ihnen basieren auf dem bestehenden Hafen-Layout. Hierbei werden im Wesentlichen Änderungen der Bodenhöhen im Hafenpriel durch die Vorgabe unterschiedlicher Bagger- und Grenztiefen für Unterhaltungsbaggerungen vorgenommen. Eine vierte Variante betrachtet einen Spülpolder, der während der Ebb-Phase geöffnet wird, um zuvor abgelagerte Sedimente aus dem Hafenpriel auszuspülen und damit den Sedimentaufwuchs im Hafenpriel zu vermindern. Als fünfte Variante wurde die Effektivität der Verbindung des Hafenbereiches mit dem Außentief über einen zum Hafenpriel abgewinkelten Seitenkanal untersucht.

Es konnte festgestellt werden, dass baggertechnische Vertiefungen im Hafenpriel das Sedimentationsproblem nicht lösen, sondern zeitlich nur etwas verzögern. Ein Spülpolder würde gute Voraussetzungen zur Behebung der jetzigen Sedimentationsproblematik im Hafenbereich schaffen. Allerdings ist mit Sedimentation im Polder zu rechnen. Die Effektivität eines Seitenkanals ist für die Topografie von 2004 im Außenbereich als positiv zu bewerten, hängt längerfristig aber von der Entwicklung von Hydrodynamik und Wasserständen im seewärtigen Vorfeld ab.

Forschungsabteilung:

Koordination:

  • Prof. Dr. R. Mayerle

Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter:

  • G. Bruss
  • T. Etri
  • J. Block
  • K.H. Runte

Partner:

  • Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein