Monitoring und Bewertung von marinen Wirbeltieren

Aufgrund verschiedener internationaler Konventionen (insb. OSPAR- Übereinkommen zum Schutz des Nordost-Atlantiks und Helsinki-Übereinkommen zum Schutz der Ostsee) und EU-Richtlinien (Vogelschutzrichtlinie, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie) ist die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, regelmäßig den Zustand der Populationen bestimmter mariner Wirbeltiere (Seevögel, Meeressäugetiere, Fische) innerhalb ihres Hoheitsgebietes zu erfassen und zu bewerten.

Projektbeschreibung

Förderer:

Bundesamt für Naturschutz

Ansprechpartner:
Gesamtprojekt: Kai Borkenhagen, Prof. Dr. Stefan Garthe
Seevogelteil: Dr. Nele Markones, Dr. Nils Guse, Prof. Dr. Stefan Garthe 

Hintergrund:

Aufgrund verschiedener internationaler Konventionen (insb. OSPAR- Übereinkommen zum Schutz des Nordost-Atlantiks und Helsinki-Übereinkommen zum Schutz der Ostsee) und EU-Richtlinien (Vogelschutzrichtlinie, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie) ist die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, regelmäßig den Zustand der Populationen bestimmter mariner Wirbeltiere (Seevögel, Meeressäugetiere, Fische) innerhalb ihres Hoheitsgebietes zu erfassen und zu bewerten. Eine wichtige Grundlage für diese Bewertung bildet das langfristig angelegte Monitoring mariner Wirbeltiere in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, 12-200 Seemeilenzone), das vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel, dem Deutschen Meeresmuseum, dem Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft der Universität Hamburg sowie dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover gemeinsam im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz durchgeführt wird. Die Koordinierung übernimmt dabei das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste in enger Absprache mit dem Bundesamt für Naturschutz. Das Projekt baut auf früheren Erfassungsprogrammen für Meeressäugetiere und Seevögel auf und ergänzt diese entsprechend den aktuellen europäischen und internationalen Berichtsanforderungen. Zusätzlich dienen die gewonnenen Daten dem Bundesamt für Naturschutz als Grundlage für wissenschaftlich fundierte Managemententscheidungen für die Schutzgebiete in der deutschen AWZ.
Da marine Wirbeltiere in den marinen Nahrungsnetzen meist hohe Trophiestufen einnehmen und gleichzeitig vielen verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, sind sie als Indikatoren für den allgemeinen Zustand der Meeresumwelt vielfach gut geeignet. Um die Bestandsgrößen und die räumlich-zeitliche Verteilung von Walen und Seevögeln zu erfassen, werden regelmäßige schiffs- und flugzeuggestützte Zählungen entlang vorher festgelegter Routen, so genannter Transekte, vorgenommen. Darüber hinaus werden in der Ostsee die Ortungslaute von Schweinswalen durch ein Netzwerk speziell dafür entwickelter Messgeräte erfasst. Durch statistische Verfahren, deren Weiterentwicklung derzeit aktiv vorangetrieben wird, lässt sich aus diesen Daten die räumlich-zeitliche Verteilung der Schweinswale ableiten. Zur Bewertung der projektrelevanten Fisch- und Neunaugenarten werden die vorhandenen Datenbestände der Fischereiforschung ausgewertet. Vergleicht man die so gewonnenen Erkenntnisse mit denen früherer Jahre, können Bestandstrends ermittelt und sowohl positive wie auch negative Entwicklungen identifiziert werden. Auf dieser Basis können nationale und internationale Naturschutz- und Managementmaßnahmen wissenschaftlich begründet, geplant und umgesetzt werden.

 

Download:

Bericht zum Seevogel-Monitoring 2012/2013 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee


Bericht zum Seevogel-Monitoring 2011/2012 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee

 

Bericht zum Seevogel-Monitoring 2008-2009 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee