Projektbeschreibung

Untersuchungen zu möglichen Auswirkungen der Offshore-Windparks im Windcluster nördlich von Helgoland auf Seevögel und Meeressäuger (HELBIRD)

 
Förderer:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
 
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stefan Garthe, Verena Peschko
 
Beginn und Laufzeit:
1.11.2014 bis 31.12.2017
 
Projektbeschreibung
Das FTZ Westküste der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel untersucht im Projekt HELBIRD potenzielle Auswirkungen von Offshore-Windparks (OWP) auf Seevögel und Meeressäuger im Gebiet der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). In diesem Bereich, nördlich von Helgoland, werden seit 2012 mehrere Windparks errichtet, die durch freie Korridore räumlich voneinander abgetrennt sind. Zum ersten Mal kann erforscht werden, ob die Tiere diese Korridore nutzen und falls ja, wie breit diese in zukünftigen Windpark-Gebieten sein sollten. Das Gebiet ist durch die Nähe zur Hochseeinsel Helgoland, auf der zahlreiche Seevogelarten brüten, für die Untersuchung besonders geeignet.
 
Die Wissenschaftler erfassen die Flughöhen der Seevögel sowie die Verteilungsmuster der Vögel und Säuger durch flugzeuggestützte Erfassungen mit hochauflösenden Video- und Digitalkameras. Anhand dieser Daten können sie mögliche Anlock- und Vermeidungseffekte von OWP quantifizieren. Die verschiedenen Erfassungsmethoden werden evaluiert und methodisch weiterentwickelt.
 
Darüber hinaus sollen GPS-Datenlogger eingesetzt werden, um die Verhaltens- und Flugmuster sowie die Raumnutzung von mehreren Helgoländer Brutvogelarten individuenbasiert und koloniebezogen zu untersuchen.  Dabei kann auf die Ergebnisse bereits durchgeführter Telemetriestudien mit Heringsmöwen und Basstölpeln zurückgegriffen werden. So ist ein Vergleich mit der Situation vor dem Bau der OWP möglich.
 
Das Vorhaben trägt dazu bei, die von OWP ausgehenden möglichen Umweltauswirkungen auf Seevögel und Meeressäuger verstehen, bewerten und einordnen zu können.
Die neuen Erkenntnisse werden den Behörden zur Verfügung gestellt und fließen unmittelbar in die Genehmigungspraxis ein. Das schafft Planungssicherheit für die Betreiber und unterstützt so den Ausbau der Windenergie.