Digitale Erfassungsmethoden Seevögel & Meeressäuger (PhoViComp)

Projektbeschreibung

Vergleichende Erprobung neuer digitaler Erfassungsmethoden für das flugzeuggestützte, visuelle Schweinswal- und Seevogelmonitoring in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee (PhoViComp)


Zuwendungsgeber:
Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Ansprechpartner:
Dr. Esther Rickert, Kai Borkenhagen, Dr. Nele Markones, Prof. Dr. Stefan Garthe

Beginn und Laufzeit:
01.07.2016 bis 31.12.2018

Hintergrund:
Marine Säugetiere und Seevögel stellen einen wichtigen Bestandteil mariner Ökosysteme dar. Durch zahlreiche anthropogene Einflüsse wie z.B. Schiffsverkehr, Fischerei und die Expansion von Offshore-Windenergieparks erfahren sie immer häufiger Einschränkungen in ihrem natürlichen Lebensraum. Um einen effektiven Schutz dieser Tiere zu gewährleisten, ist die Erfassung der Bestände sowie der Verteilungsmuster unerlässlich. In der deutschen Nord- und Ostsee werden diese Bestandsdaten im Rahmen verschiedener Monitoring-Projekte mit Hilfe von schiffs- und fluggestützten Surveys erhoben.

Eine observerbasierte Erfassung aus der Luft erfolgt in geringer Flughöhe und ist daher in Offshore-Windenergieparks aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Eine Alternative zu der observerbasierten Erfassung aus der Luft stellen digitale Erfassungsmethoden dar, die in deutlich größeren Flughöhen durchgeführt werden. Bei den fluggestützten digitalen Erfassungsmethoden handelt es sich um relativ neue Methoden, die sich noch in der Erprobungsphase befinden.

Projektbeschreibung:
Im Projekt PhoViComp sollen eine video- und eine fotobasierte fluggestützte digitale Streifentransekt-Erfassungsmethode miteinander verglichen werden. Mit beiden Methoden ist eine zeitgleiche Erfassung von marinen Säugern und Seevögeln möglich. Als besonders wichtiges Kriterium im Methodenvergleich gilt, ob die Methode die Anforderungen an das großflächige Wirbeltiermonitoringprogramm des BfN erfüllt.

Der Methodenvergleich wird in ausgewählten Nord- und Ostseegebieten durchgeführt. Im ausgewählten Nordseegebiet (westlich Amrumbank) sind besonders im Sommer zahlreiche Schweinswale, im Frühjahr viele Seetaucher sowie Trottellummen und Tordalken zu erwarten.  Das ausgewählte Ostseegebiet (östlich Rügen) ist für große Ansammlungen von Meeresenten (Eisenten, Trauerenten, Samtenten) bekannt und ermöglicht daher die Erfassbarkeit großer und gemischter Schwärme zu überprüfen. Darüber hinaus eignet sich das Gebiet auch zur Überprüfung der Erfassbarkeit kleiner schwer zu entdeckender Arten (Gryllteiste, Ohrentaucher). In dem ausgewählten Ostseegebiet werden parallel zur digitalen Flugzeugerfassung Vergleichsdaten mit Hilfe einer observerbasierten Erfassung per Schiff erhoben.

Anhand des gewonnenen Bildmaterials werden erste Abschätzungen zu artspezifischen Entdeckungswahrscheinlichkeiten ermöglicht.