Projektlaufzeit: 2011-2012

Internationaler Rahmen

Um die Verschmutzung der Nordsee zu reduzieren, wurde auf der Nordseeministerkonferenz 2002 beschlossen, ein System aus verbindlichen ökologischen Qualitätszielen (Ecological Quality Objectives = EcoQOs) einzuführen. Im Rahmen der internationalen Fulmar Litter EcoQO-Studie wurde von 2002 bis 2004 untersucht, ob die Mageninhalte von Eissturmvogel-Spülsaumfunden ein geeigneter Indikator für die Plastikmüllbelastung der Nordsee sind. Der Indikator wurde für die internationale Implementierung dieses EcoQOs weiterentwickelt (van Franeker et al. 2005). Abschließend wurde als Zielwert (EcoQO) empfohlen: "Weniger als 10 % der Eissturmvögel sollten 0,1 g oder mehr Plastikmüll im Magen haben; innerhalb einer Stichprobe von 50-100 Eissturmvogel-Spülsaumfunden für jede von 5 verschiedenen Nordseeregionen über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren."

Das Projekt wird international koordiniert durch das Institute for Marine Resources and Ecosystem Studies (IMARES) in den Niederlanden. Für den niederländischen Teil der Nordsee liegen bereits Langzeitdaten vor, an denen sich deutliche Trends in der Plastikmüllbelastung erkennen lassen (vgl. van Franeker & The SNS Fulmar Study Group 2011, van Franeker et al. 2011). Für die gesamte Nordsee berechnet, haben aktuell 95% der Eissturmvögel Plastikmüll im Magen und 60% überschreiten den kritischen 0,1 g EcoQO-Zielwert. Der durchschnittliche Mageninhalt enthält 30 Plastikpartikel, die 0,33 g wiegen (van Franeker & The SNS Fulmar Study Group 2011).

Im Rahmen weiterführender Vorhaben soll geprüft werden, ob das OSPAR EcoQO, Masse von Plastikmüllteilen in Eissturmvogelmägen' sich als Indikator für den "Guten Erhaltungszustand" (Good Environmental Status, GES) nach der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) eignet. Dabei soll untersucht werden, ob das OSPAR Fulmar Litter EcoQO als Indikator 10.2.1 "Trends von Mengen und Zusammensetzung von Müll, der von Meerestieren verschluckt wird (z.B. Magenuntersuchungen)" für die Überwachung und Bewertung der Belastung des Lebens im Meer durch Abfälle geeignet ist.

Nationaler Rahmen und Koordination

Das deutsche Plastikmüll-Monitoring anhand von Eissturmvogelmageninhalten wurde 2002 gestartet. Die Koordination des deutschen Beitrags und die Untersuchung der Eissturmvögel wird durch das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) der Universität Kiel wahrgenommen. Die Sammlung der Eissturmvogelspülsaumfunde an der deutschen Nordseeküste erfolgt durch ein großes Netzwerk aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Unterstützern. FTZ Mitarbeiterinne und Mitarbeiter  nehmen regelmäßig an Arbeitstreffen zum Erfahrungsaustausch teil, die von IMARES organisiert und finanziert werden.

Forschungsabteilung:

Mitarbeiterinnen und MItarbeiter:

  • Dr. Nils Guse
  • Dr. Nele Markones

 

Partner:

  • Institute for Marine Resources and Ecosystem Studies (IMARES), Niederlande

 

Der deutsche Beitrag wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der folgenden Institutionen, Behörden und Verbände unterstützt:

  • Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH)
  • Schutzstation Wattenmeer e.V.
  • Der Mellumrat e.V.
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)
  • Seehundstation Nationalpark-Haus Norden-Norddeich
  • Nationalpark-Haus Wangerooge
  • Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg
  • Öömrang Ferian e.V.
  • Naturschutzbund Deutschland e.V.
  • Verein Jordsand e.V.