Erfassung mariner Topprädatoren in Nord- und Ostsee als Grundlage für Trends, Indikatoren und Bewertungen (TopMarine)

 

Zuwendungsgeber:

Bundesamt für Naturschutz

Laufzeit:

August 2017 bis Mai 2021

Ansprechpartner:

Gesamtprojekt: Dr. Kai Borkenhagen, Prof. Dr. Stefan Garthe

Seevogelteil: Dr. Nele Markones, Dr. Nils Guse, Henriette Schwemmer, Prof. Dr. Stefan Garthe

 

Seevögel und marine Säugetiere sind als Topprädatoren ein wichtiger Bestandteil mariner Ökosysteme. Durch anthropogene Aktivitäten wie Fischerei, Ausbau der Offshorewindenergie, Schiffsverkehr, Meeresverschmutzung, usw. sind sie zunehmenden Belastungen ausgesetzt. Die Erfassung ihrer Vorkommen und genaue Kenntnisse über ihre Verteilungsmuster, Populationstrends und Habitatansprüche sind die Voraussetzung für ihren effektiven Schutz und ein sinnvolles Schutzgebietsmanagement. Die Vogelschutzrichtlinie (VRL), die FFH-Richtlinie und die Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL) der Europäischen Union fordern von den Mitgliedsstaaten regelmäßige Berichte, für deren Erstellung die hier erhobenen Daten die Grundlage bilden. Darüber hinaus dienen die Daten der Entwicklung von Indikatoren zur Beurteilung des Umweltzustandes im Rahmen der regionalen Meeresschutzübereinkommen OSPAR und HELCOM.

Das Projekt TopMarine wird vom Bundesamt für Naturschutz finanziert und vom FTZ in Kooperation mit dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation hat das FTZ die Projektleitung und führt Studien zu Verbreitungsmustern, Populationsgrößen und Trends von Seevögeln, sowie zu deren Habitatwahl, Ernährungsökologie und Nahrung aus. Auch ihr Verhalten und der Einfluss anthropogener Aktivitäten auf Vorkommen und Populationszustand stellen aktuelle und langfristige Hauptforschungsthemen dar.

Basis den grundlagenorientierten Forschungsarbeiten sind die wiederholten großräumigen Erfassungen der Vorkommen von Seevögeln und marinen Säugetieren in der deutschen Nord- und Ostsee. Diese Erfassungen nach standardisierten Methoden erzielen Daten und Informationen zu Raum-Zeit-Mustern und zur Raumnutzung von Seevögeln und marinen Säugetieren im Ökosystem der Nord- und Ostsee.

Die Erfassungsmethoden und -konzepte werden weiterentwickelt und die Integration digitaler Erfassungsmethoden (die Erfassung von Seevögeln und anderer mariner Megafauna mit Hilfe hochauflösender digitaler Foto- oder Videokameras) in das Monitoringprogramm soll vorbereitet, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet werden. Gleichzeitig muss die Kontinuität zu den bisher erhobenen Datenreihen sichergestellt werden.

Auf Grundlage aller gewonnenen Daten werden Bewertungen im Rahmen der VRL und der MSRL durchgeführt und es Indikatoren für OSPAR und HELCOM entwickelt. Die gewonnenen Daten und Erkenntnisse fließen darüber hinaus in die marine Raumordnung und in die Bewertung von anthropogenen Aktivitäten ein.

 

Aktuelle Ergebnisse:

Die aktuellen Ergebnisse des Monitorings werden im Geoinformationsdienst auf der Website des BfN dargestellt. Hier sind sowohl Sichtungskarten als auch über 3 Jahre aggregierte Dichtekarten  für alle häufigen Seevogelarten verfügbar.

 

Downloads:

Monitoringberichte:

Bericht zum Seevogel-Monitoring 2014 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee

Bericht zum Seevogel-Monitoring 2012 / 2013 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee

Bericht zum Seevogel-Monitoring 2011 / 2012 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee

Bericht zum Seevogel-Monitoring 2010 / 2011 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee

Bericht zum Seevogel-Monitoring 2009 / 2010 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee

Bericht zum Seevogel-Monitoring 2008 / 2009 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee

Bruterfolgsberichte:

Bericht zum Bruterfolg 2017 auf Helgoland

Bericht zum Bruterfolg 2016 auf Helgoland

Bericht zum Bruterfolg 2015 auf Helgoland