Vogelzug über Nord- und Ostsee: Zugmuster und mögliche Auswirkungen der Offshore-Windenergie (TRACKBIRD)


Zuwendungsgeber:

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Stefan Garthe, Dr. Philipp Schwemmer, Dr. Ulrike Kubetzki

Beginn und Laufzeit:

Juli 2019 bis Juni 2022

Projektpartner:

Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“
 

Projektbeschreibung:

In Kooperation mit dem Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ untersucht das Forschungs- und Technologiezentrum (FTZ) Westküste der Universität Kiel die potenziellen Auswirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf Zugvögel. Mithilfe moderner Telemetriesysteme werden Bewegungsmuster einzelner Tiere in den deutschen Meeresgebieten über längere Zeiträume erfasst. Die erhobenen Daten helfen, Kollisionsrisiken, Barriere- oder Anlockungseffekte sowie mögliche Lebensraumverluste zu ermitteln und die naturschutzfachlichen Kriterien zur Bewertung dieser Effekte weiterzuentwickeln.
Der vom FTZ bearbeitete Teilbereich des Projektes umfasst die Telemetrie von Wasservögeln und größeren Landvögeln. Die hierfür ausgewählten Arten sind in hohen Individuenzahlen in den deutschen Meeresgebieten zu finden. Ihre Populationen weisen ein großes Gefährdungspotenzial auf: Sowohl bei der Nahrungssuche, während der Ruhephasen als auch auf den Zugwegen kann es zu Gefahren durch Offshore-Windenergieanlagen kommen. Die Verwendung von räumlich und zeitlich hochauflösenden GPS-Datenloggern mit GSM-Funktion ermöglicht es, individuelle Bewegungsmuster der Vögel aufzuschlüsseln. Anhand dieser Daten können eine detaillierte Bewertung der artspezifischen Interaktionen mit den Offshore-Windenergieanlagen erfolgen und verbesserte Handlungsempfehlungen zur Lösung potenzieller Konflikte gegeben werden.
Nach der erfolgreichen Bearbeitung des Projektes BIRDMOVE liegt der Schwerpunkt des Projektes TRACKBIRD auf einer weiterführenden und vertieften Untersuchung potenzieller Auswirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf Zugvögel. Der räumliche Schwerpunkt wird dabei auf die Ostsee gelegt. Durch den Ausbau der Offshore-Windparks in der deutschen AWZ (ausschließliche Wirtschaftszone) ergibt sich die Möglichkeit, offene Fragen zu artbezogenen Verhaltensmustern von Vögeln und kumulativen Effekten einiger Windparks anhand sich gegenseitig ergänzender Methoden zu bearbeiten. Dies wird vor allem durch den technischen Fortschritt mit erheblichen Weiterentwicklungen bei der Miniaturisierung von Sendern möglich. Bereits vorhandene sowie die neu zu erhebenden Daten werden abschließend ausgewertet und mit Hilfe komplexer statistischer Modelle analysiert. Zusammen mit der Aktualisierung der verfügbaren internationalen Literatur ermöglicht dies die (Weiter-) Entwicklung von naturschutzfachlichen Bewertungskriterien der Effekte von Offshore-Windparks auf betroffene Vogelpopulationen.