Identifizierung mariner Lebensraumtypen nach FFH im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer

Die Fauna- Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union (EU) beschreibt für den Bereich des küstennahen ständig von Wasser überspülten Meeresbodens (Sublitoral) drei sogenannte Lebensraumtypen, die zu überwachen und zu bewerten sind. Zu ihrem Zustand ist der EU von den zuständigen Behörden regelmäßig alle sechs Jahre Bericht zu erstatten.

3D-Darstellung des Gewässergrundes in einer Gezeitenrinne auf Basis eines Seitensichtsonar-Mosaiks
3D-Darstellung des Gewässergrundes in einer Gezeitenrinne auf Basis eines Seitensichtsonar-Mosaiks. © K. Ricklefs, FTZ

Projektlaufzeit: 2011- 2019

Dabei handelt es sich um die Lebensraumtypen (LRT) "sublitorale Sandbänke", "flache Meeresarme und -buchten" sowie "Riffe". Im Rahmen der Umsetzung der FFH-Richtlinie sind verbindliche Definitionen verfasst und Kartieranleitungen vorgeschlagen worden, die sich zur Identifizierung dieser LRT im Wesentlichen geologischer Grundlagen bedienen.

Vor diesem Hintergrund führt das FTZ im Auftrage und in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Nationalparks Schleswig-Holsteinischen Wattenmeere seit 2011 sedimentologische Kartierungen sowie Erfassungen der Unterwassertopographie in den sublitoralen Bereichen des schleswig-holsteinischen Wattenmeers durch. Weiterhin wird versucht, über den Meeresboden hinausragende Lebensräume wie z.B. die Habitate von Miesmuschelbänke oder auch Areale mit viel Schill oder Grobsediment zu detektieren und die Verbreitung und Ausbildung dieser Bereiche zu dokumentieren.

Zum Einsatz kommen dabei hydroakustische Messgeräte wie Seitensichtsonare oder besondere Echolote. Die damit zwar teils flächendeckend erfassten hinsichtlich der Sedimentverteilung aber indirekten Messdaten (akustische Rückstreustärken) werden durch Informationen aus gezielten Probennahmen mit Bodengreifern oder Dredgen und auf der Basis von Expertenwissen hinsichtlich physikalischen Sedimentparameter vergleichbar gemacht. Die Ergebnisse dieses Klassifizierungs- und Zuordnungsprozesses werden  in Verteilungskarten der sedimentologischen Eigenschaften des Meeresbodens umgesetzt.

Im Rahmen dieser Untersuchungen sowie ergänzt durch die Ergebnisse anderer eigener Forschungsprojekt wurden seit 2011 die in der nachfolgenden Abbildung dargestellten Bereiche in vergleichbarer Weise sedimentologisch kartiert und beschrieben.

Weitere Informationen über subtidale Habitate können im Wadden Sea Quality Status Report 2017 gefunden werden.

Übersicht Untersuchungsgebiete
© Maria Stage, FTZ Westküste

Forschungsabteilung:

Koordination:

  • Dr. K. Ricklefs

Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter:

  • Dr. K. Ricklefs
  • M.Sc. M. Stage
  • Jens Pauksztat
  • Uwe Becker
  • Burkhard Meier
  • Daniela Koch