Forschungskatamaran Egidora

Am 25.10.2017 wurde der Neubau des FTZ eigenen Forschungsschiffes EGIDORA durch die Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein Frau Karin Prien getauft und offiziell in Dienst gestellt. Einige Video-Impressionen der Tauffeier finden sich auf den Internetseiten des Bildungsministerium S.-H. sowie des Offenen Kanals Kiel.

EGIDORA ist die älteste schriftliche Erwähnung des Namens Eider (der Fluss Eider) in lateinischer Sprache. Er leitet sich vermutlich vom altnordischen Egidoor ab. Sprachwissenschaftler sehen darin zwei Elemente. Einerseits den Namen des nordisches Meeresgottes Ägir und andererseits das Wort Tür (plattdeutsch Döör) und übersetzen Egidoor bzw. EGIDORA mit "Tor zum Meer", was die eigentliche Aufgabe eines Küstenforschungsschiffes recht passend beschreibt. Darüber hinaus stellt der Fluss Eider, der in Kiel fast die Ostsee erreicht, um sich dann nach Westen zu wenden und nicht weit weg von Büsum in die Nordsee zu münden, eine Art verbindendes Band zwischen der Universität in Kiel und dem FTZ an der Nordseeküste dar.

Forschungskatamaran Egidora
© Dr. Klaus Ricklefs, FTZ Westküste

Der 15 m lange und 6 m breite Forschungskatamaran EGIDORA wurde auf der Werft Blyth WorkCats im englischen Canvey Island aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) in Balsa-Sandwich-Bauweise hergestellt. Der Tiefgang beträgt 1,25 m. Dadurch und durch die Fähigkeit problemlos trockenfallen zu können, ist das Schiff bestens für Arbeiten im Wattenmeer geeignet.  Die Motorisierung des Schiffes erlaubt zudem eine Marschfahrt von 15 kn, wodurch die Einsatzzeiten für Transferfahrten zu oder von Einsatzorten effektiv kurz gehalten werden können. Ein ausgesprochen wichtiger Aspekt in küstennahen Seegebieten, in denen Einsatzzeiten stark durch Wetter- und Gezeitenbedingungen bestimmt werden.

Das Schiff, das von einem Schiffsführer und einem Decksmann geführt wird, bietet auf Tagesfahrten bis zu 12 weiteren Personen Platz. Somit können Lehrveranstaltungen für Studenten an Bord effektiv durchgeführt werden, wozu neben zwei Trockenarbeitsplätzen auch ein kleiner Nassarbeitsplatz zur Verfügung stehen. Eine einfache Pantry mit Herd, Mikrowelle und Geschirrspülmaschine erlaubt zudem die Zubereitung einfacher Gerichte.

Ausgerüstet mit präziser Mess- und Ortungstechnik, einem sog. Moonpool, verschiedenen Kränen und Winden sowie einem speziellen Bereich zur Beobachtung von Wildtieren vom Oberdeck aus, stellt die EGIDORA eine leistungsfähige Plattform für Forschung und Lehre dar. Die derzeitigen Arbeitsschwerpunkte des Schiffes liegen in den Bereichen der abiotischen und biotischen Untersuchung des Meeresbodens und seiner Habitate, der Messung von Strömungen und Sedimenttransporten sowie der Beobachtung und Zählung von Wildtieren.

 

EGIDORA

  • Maße: Länge 15 m; Breite 6 m; Tiefgang 1,25 m
  • Antrieb: 2 x 368 kW Fiat Power Train (ehemals Iveco) Cursor 90 Diesel mit Twin Disc Getriebe mit Schleichfahrtfunktion
  • Generator: 10 kVA Fischer Panda
  • Geschwindigkeit: Marschfahrt 15 kn; maximale Geschwindigkeit 18 kn
  • Fahrtgebiet gem. Zulassung durch die Berufsgenossenschaft Verkehr: „Nationale Küstenfahrt"
  • Rufzeichen: DLVB
  • MMSI Nr.:  211770520
  • Mobiltelefon Nr.: 0170-9017433

 

Nautische Ausrüstung:

  • PC mit  Transas Navigationssoftware
  • Kompass: Furuno SC–50;  Cassens und Plath  Typ21
  • GPS: Furuno GP–170
  • Radar: Furuno FR-8065
  • AIS: Furuno FA–170 Klasse A
  • Echolot: Simrad NSS Evo 2 Multifunktionsdisplay
  • UKW Seefunk: 2 x UKW Seefunk  Sailor 6222; 2 x Icom UKW Handfunkgerät
  • Autopilot: Navitron  NT - 888G
  • HIK Vision Kamerasystem zur Überwachung von Deck und Maschinenräumen

 

Wissenschaftliche Ausrüstung:

  • Fest eingebauter, leistungsfähiger PC mit „solid state Festplatten“
  • Voll ausbaute LAN und WLAN Netzwerktechnik mit Internetzugang sowie NMEA 2000 und NMEA 0183 Vernetzung von nautisch-wissenschaftlichen Instrumenten
  • RTK GNSS: Trimble SPS855 mit Trimble SPS555 Kompass- Erweiterung
  • Fächerecholot: R2Sonic 2024
  • Bewegunssensor (MRU): SBG-Systems Apogee A
  • Parametrisches Sedimentecholot: Innomar SES-2000 compact
  • Verschiedenen Seitensichtsonare
  • Strömungsmesser:600 und 1200 kHz Teledyne RDI ADCP mit „Bottom Track Option“
  • Moonpool mit hydraulischem verfahrbarem Lift für das Fächerecholot
  • Bewegliche Seitenhalterungen für Sedimentecholot und Seitensichtsonare
  • Hydraulisch schwenkbarer Heck A - Galgen mit hydraulischer 1000/500 kg Winde
  • Hydraulischer Deckskran; Arbeitslast 550 kg bei 2 m Auslage und 250 kg bei max. Auslage von 5m.