Hydromorphologische Untersuchungen von Lösungsansätzen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes der Unterems

Im Rahmen des Projektes werden alternative Lösungsvorschläge hinsichtlich ihres Potentials für eine nachhaltige Verminderung der Verschlickung, sowie für eine Verbesserung der Gewässergüte in der Unterems untersucht. Unter Verwendung eines dreidimensionalen hydrodynamischen numerischen Modells werden hydromorphologische Simulationen durchgeführt. Auf Basis der ermittelten Ergebnisse und unter Berücksichtigung von abgestimmten Indikatoren wird eine Bewertung der Lösungsvarianten gegenüber dem Ausgangszustand vorgenommen.

Tiefengemittelte Strömungsgeschwindigkeiten in der Lösungsvariante Tidespeicherbecken entlang der Unterems (Ausschnitt)
Luftbild mit Blickrichtung zum Dollart und Terborg sowie Hatzumer Sand. © technik-ostfriese

Projektlaufzeit: Mai 2010 – 2014

Hintergrund dieser Untersuchungen ist die, seit Jahrzehnten andauernde, kritische ökologische Situation im Ems-Ästuar. Sie ist charakterisiert durch stark erhöhte Schwebstoffgehalte in der Unterems, welche zu einer Verschlechterung der Licht- und Sauerstoffverhältnisse führen und so die ökologische Funktion des Ästuars als flusstypischer Lebensraum beeinträchtigen. Zusätzlich zu der ökologischen Belastung führen die hohen Sedimentationsraten zu einem erheblichen Baggeraufwand in der Fahrrinne.

Ursache für die nachteilige Entwicklung in der Unterems sind Veränderungen der Tidedynamik und des Sedimenttransportes, welche überwiegend auf anthropogene Eingriffe in die natürliche Morphologie und Geometrie des Systems zurückgeführt werden (Talke and de Swart 2006; de Jonge 1983).

Die in diesem Projekt zu beurteilenden Lösungsvarianten zielen darauf ab, durch Beeinflussung der Tidewelle die bestehende Tideasymmetrie mit Flutdominanz aufzuheben und langfristig so eine Reduzierung des Eintrages von Schwebstoffen in die Unterems herbeizuführen.Die in diesem Projekt zu beurteilenden Lösungsvarianten sind:

  • Polder an der Mündung
  • Tidespeicherbecken entlang der Unterems
  • Verlängerung der oberen Tidegrenze bis Bollingerfähr in Kombination mit einem Polder oberhalb von Herbrum
  • Sohlschwelle im Nahbereich des Emssperrwerkes

 

Forschungsabteilung:

Koordination:

  • Prof. Dr. R. Mayerle

Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter

  • MSc. Katharina R. Niederndorfer
  • Dr. Gerd Bruss
  • MSc. José M. Fernandez Jaramillo
  • Dr. Talal Etri

Partner:

  • Projektgruppe Ems der Regierungsvertretung Oldenburg
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