Digitale Erfassungen von Seevögeln in Nord- und Ostsee

Projektbeschreibung

Methodische Entwicklung zur Standardisierung digitaler Erfassungen mariner Topprädatoren im Hinblick auf kumulative Auswirkungen von Offshore-Windparks während der Bau- und Betriebsphase (DigiTop)

 

Förderer:
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

Ansprechpartner:

Henriette Schwemmer, Sabine Müller



Hintergrund

In der deutschen Nord- und Ostsee sind bereits erste Offshore-Windparks in Betrieb genommen worden, einige Offshore-Windkraftanlagen befinden sich in der Bauphase und zahlreiche  Windparks sind in Planung. Zur Bewertung möglicher  Auswirkungen auf die Meeresumwelt und die zu erwartenden kumulativen Effekte (einzelne Effekte, die sich in ihrer Gesamtheit gegenseitig verstärken können) durch die kontinuierliche Zunahme an Windparks werden umfangreiche Untersuchungen vorgenommen. Die vorgeschriebenen Untersuchungen zu Seevögeln und Meeressäugern werden anhand von Zählungen sowohl vom Schiff als auch vom Flug aus nach einem festgelegten Standarduntersuchungskonzept (StUK) durchgeführt. Dieses gibt klare Richtlinien und Mindestanforderungen für die Datenerhebung, Datenabgabe und auch die anschließende Datenauswertung vor. Flugzeugzählungen, de bis 2013 im Rahmen von Umweltverträglichkeitsstudien (UVS) bzw. des Bau- und Betriebsmonitorings zur Bestimmung der Verteilungsmuster von Seevögeln und Meeressäugern durchgeführt wurden, sind seit der Fertigstellung der ersten Offshore-Windparks in Windparkbereichen aufgrund der niedrigen Flughöhe aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugelassen. Stattdessen ist seit 2013 die Nutzung von digitalen Erfassungsmethoden vorgeschrieben. Für diese neuen Methoden werden im Rahmen dieses Projektes Mindestanforderungen, Standards und Qualitätskriterien festgelegt, um ein einheitliches Vorgehen und somit eine Vergleichbarkeit der Daten im Hinblick auf Wechselwirkungen und kumulative Wirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf Seevögel und Meeressäuger gewährleisten zu können. Für die Abgabe der digital erhobenen Daten wird ein geeignetes Format entwickelt, um diese in eine neu zu erstellende Datenbank einspeisen zu können. Die Auswertungen aus dieser einheitlichen Datenbasis dienen zur Ermittlung von Dichten und Verteilungsmustern zur Prüfung möglicher kumulativer Auswirkungen auf Seevögel und Meeressäuger.

 

Laufzeit: Januar 2014 bis Dezember 2016