Projektbeschreibung

Bodengebundene Prädatoren als Einflussgröße auf bodenbrütende Küstenvögel

 

Förderer:
Nationalparkverwaltung im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein

Ansprechpartner:
Dr. Philipp Schwemmer, Stefan Weiel

Hintergrund

 

Die Bestände vieler Brutvogelarten im Nationalpark Wattenmeer gehen seit einigen Jahren dramatisch und nachhaltig zurück. Die Gründe für diese Rückgänge sind sehr vielfältig. Eine wichtige Ursache besteht zweifelsohne in dem schlechten Bruterfolg vieler bodenbrütender Vogelarten. Die stärksten Rückgänge von Brutpaarzahlen und der schlechteste Bruterfolg sind in den Salzwiesen des Festlandes festzustellen. So nahmen die Brutbestandszahlen des Austernfischers (Haematopus ostralegus) in 12 ausgewählten, dauerhaft überwachten Standorten in Festlands-Salzwiesen seit Ende der 1990er Jahre drastisch ab (Abb. 1).
Ein maßgeblicher Faktor für die bodenbrütenden Vögel des Nationalparks Wattenmeer ist der hohe Prädationsdruck am Festland. Der wichtigste Prädator ist hier der Rotfuchs (Vulpes vulpes), der unter den bodengebundenen Prädatoren in Schleswig-Holstein nach wie vor die höchsten Streckenzahlen erreicht (Abb. 2).
Die natürlicherweise prädatorenfreien Standorte im Nationalpark Wattenmeer sind die Inseln und Halligen. In jüngster Zeit gibt es allerdings immer mehr Hinweise darauf, dass diese Gebiete durch Füchse aufgesucht werden und bodenbrütende Vögel dadurch entscheidend beeinträchtigt werden. So zerstörten ein oder mehrere Füchse fast den gesamten Bruterfolg von Möwen, Löfflern (Platalea leucorodia) und anderen Bodenbrütern im Vorland der Hallig Oland. Der geringe Bruterfolg in den Salzwiesen des Festlandes dürfte auch in hohem Maße durch die Prädation bodengebundener Säugetiere hervorgerufen sein.

 

Projektziele


Um die individuellen Bewegungsmuster von Füchsen an der Wattenmeerküste aufzudecken und den Einfluss dieses bodengebundenen Prädators auf Vögel der Festlandssalzwiesen und v.a. der Halligen und Inseln abschätzen zu können, sollen im Auftrage der Nationalparkverwaltung sechs Füchse an der Festlandsküste Nordfrieslands (in den Bereichen Beltringharder Koog und Dagebüll) gefangen und mit GPS-Halsbändern ausgerüstet werden (Abb. 3). Das Studiengebiet an der nordfriesischen Küste soll es ermöglichen, die Aktivitätsmuster des Fuchses in verschiedenen Lebensraumtypen (Naturschutzköge, Acker- und Grünlandbereiche, Salzwiesen, Inseln bzw. Halligen) aufzudecken. Die Ergebnisse dieses Pilotprojektes können erste Grundlagen für ein Managementkonzept liefern.