Kegelrobben - Telemetrie

Projektbeschreibung

Verhalten von jungen Kegelrobben nach der Auswilderung – Untersuchungen zur Wiedereingliederung in den Wildbestand

 

Kooperationspartner:

Seehundstation Friedrichskoog e.V. www.seehundstation-friedrichskoog.de

Seehundstation Norddeich www.seehundstation-norddeich.de

Ansprechpartner:

Dr. Philipp Schwemmer, Verena Peschko, Sabine Müller,

Prof. Dr. Stefan Garthe 

Projektziele:

Der Kegelrobbenbestand in der deutschen Nordsee nimmt seit mehreren Jahren stark zu. So geschieht es immer häufiger, dass junge Kegelrobben auf Grund von widrigen Witterungsbedingungen oder Störungen von ihrer Mutter getrennt werden. Die mutterlos aufgefundenen Jungtiere werden zur Aufzucht in die Seehundstationen Friedrichskoog oder Norden-Norddeich gebracht. Nach mehrwöchiger Pflege werden sie nach einer umfangreichen Gesundheitsprüfung wieder in den Wildbestand entlassen. Es ist bislang unklar, inwieweit sich junge Kegelrobben nach der Auswilderung wieder in den Wildbestand eingliedern. Um diese Frage zu beantworten, sollen in diesem Pilotprojekt junge Kegelrobben aus den beiden Seehundstationen mit GPS-Datenloggern und integrierten Tauchsensoren ausgerüstet werden. Die Geräte werden mit einem speziellem Kleber auf dem Fell der Tiere befestigt und fallen im Verlauf des nächsten Fellwechsels von alleine wieder ab. Sie zeichnen die Positionen und Aktivitäten der Tiere, wie z.B. Tauchgänge über mehrere Monate auf. Somit lässt sich herausfinden, nach welcher Zeit sich die Jungtiere auf den bekannten Liegebänken von Kegelrobben einfinden und ob sie die für Wildtiere typischen Bewegungs- und Aktivitätsmuster zeigen. 
In diesem Pilotprojekt soll darüber hinaus eine Evaluation der Besenderungsmethode stattfinden, um später zum Vergleich auch junge, freilebende Kegelrobben telemetrieren zu können, die nicht in einer Aufzuchtstation aufgezogen wurden. Die Daten der ausgewilderten Tiere können dann mit Daten von Tieren aus dem Wildbestand direkt verglichen werden.
Die Zusammenarbeit mit den Seehundstationen ermöglicht ein ausgiebiges Testverfahren zur externen Anbringung der Geräte an den Dauerhaltungstieren der Station, um für die auszuwildernden Robben die optimale Befestigungsmethode herauszuarbeiten (Abb. 1). 

Die Ergebnisse der Studie bilden darüber hinaus eine wichtige Grundlage zur Beurteilung von Überlappungen der Nahrungsgebiete von Kegelrobben und Bereichen, die für den Bau von Offshore-Windparks ausgewiesen sind. Durch die Besenderung einzelner Tiere wird es möglich, potentielle Konflikte mit Offshore-Windparks abzuschätzen.

 

 

FTZ_Kegelrobbe

 

 

Abb. 1: Seehund „Deern“ im Dauerhaltungsbecken der Seehundstation Friedrichskoog e.V. Der Seehund wurde mit einem Probegerät ausgerüstet, um die optimale Anbringungsmethode herauszuarbeiten. Das Gerät wurde für die Versuche im Becken mit blauen Auftriebskörpern versehen (Foto: Tanja Rosenberger).