Erprobung der Eignung telemetrischer Untersuchungen an marinen Topprädatoren als Monitoring-Instrument für die Bewertung des marinen Ökosystems (MONTRACK)

 

Zuwendungsgeber:

Bundesamt für Naturschutz

Laufzeit:

Oktober 2017 bis März 2021

Ansprechpartner:

Verena Peschko, Dr. Nele Markones, Prof. Dr. Stefan Garthe

Kooperationspartner:

Dr. Volker Dierschke (GaviaEcoResearch)

 

Seevögel und marine Säugetiere stehen an der Spitze des marinen Nahrungsnetzes und sind daher ausgezeichnete Indikatoren für den Zustand der Meeresumwelt. Eine Überwachung des Zustands ihrer Populationen und verschiedener Parameter ihrer Ökologie ist vor dem Hintergrund einer zunehmenden menschlichen Nutzung der Meere und hohen nationalen und internationalen Schutzanforderungen von besonderer Relevanz.

Mit Hilfe von telemetrischen Methoden (VHF-Radio-, Satelliten-, oder GPS-Telemetrie sowie Geolokation) können Informationen zum Aufenthaltsort von Wildtieren über größere Entfernung (z.B. via Satellit) übertragen werden. So ist es möglich hochaufgelöste Daten zur Raumnutzung, zu Aktivitätsmustern und zum Verhalten einzelner Individuen über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten zu erhalten. Die Ergebnisse ermöglichen die Identifikation von wichtigen Gebieten und Aussagen zu deren Größe, der Bedeutung für die Arten und der Verbindung zwischen den Gebieten. Da die individuelle Raumnutzung vom Zustand des Ökosystems abhängt, liefern Langzeitbetrachtungen dieser Parameter Hinweise auf Veränderungen im marinen Ökosystem. Zudem können so Rückschlüsse auf die verantwortlichen ökologischen Prozesse hinter den beobachteten Veränderungen in den Raum-Zeit-Mustern und Bestandsgrößen gezogen werden. Dies liefert die Basis um geeignete Managementmaßnahmen für den Schutz der betrachteten Populationen und ihres Habitats zu entwickeln. Telemetrische Daten bieten daher die Möglichkeit, Ergebnisse aus bestehenden marinen Monitoring-Programmen (Projekt TopMarine) durch die Erhebung gänzlich neuer Parameter grundlegend zu erweitern.

Das Vorhaben hat zum Ziel, erstmals die Eignung telemetrischer Untersuchungen an Seevögeln und marinen Säugetieren als Monitoring-Instrument für die Bewertung des marinen Ökosystems zu erproben. Im Rahmen des Projektes werden Basstölpel, Dreizehenmöwen, Meeresenten sowie Kegelrobben mit verschiedenen telemetrischen Methoden untersucht.

Zusätzlich soll in Berücksichtigung der Berichtspflichten gemäß der Meeresstrategierahmenrichtlinie der Europäischen Union und des regionalen Meeresschutzübereinkommens OSPAR der Bruterfolg ausgewählter Indikatorarten in der einzigen deutschen Hochseevogelkolonie auf der Insel Helgoland untersucht werden. Im Abgleich mit den Telemetrie-Ergebnissen lässt sich so der Zustand der betrachteten Seevogelpopulationen sowie die Habitatqualität des marinen Ökosystems detailliert bewerten.

 

Downloads:

Bruterfolgsberichte:

Bericht zum Bruterfolg 2017 auf Helgoland

Bericht zum Bruterfolg 2016 auf Helgoland

Bericht zum Bruterfolg 2015 auf Helgoland