Seabirds at Sea (SAS)

Projektbeschreibung

Das deutsche Seabirds at Sea-Programm

Ansprechpartner:
Dr. Nele Markones, Prof. Dr. Stefan Garthe 

Inhalt



nullWas ist "Seabirds at Sea"? 
Unter dem Begriff "Seabirds at Sea" versteht man die Erfassung der Verteilung und Häufigkeit von Seevögeln auf See. Die Zählungen finden von Schiffen und Flugzeugen aus statt.

Zur Zählmethodik.


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Internationaler Rahmen
Im internationalen "Seabirds at Sea"-Programm wird nordseeweit die Verteilung und Häufigkeit von See- und Küstenvögeln sowie Meeressäugern auf See erfasst. Die nach einer standardisierten Methode erhobenen Daten fließen in eine gemeinsame Datenbank, die von der "European Seabirds at Sea Specialists Group" (Vorsitz: Dr. Stefan Garthe, FTZ, Universität Kiel) koordiniert wird. Im Rahmen dieser Gruppe enstanden u.a. mehrere Seevogelverbreitungsatlanten. Der Datenbestand für 1979-2004 umfasst rund 5.100 Beobachtungstage bzw. 1.005.000 Schiffs- und Flugzeug-km.
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Nationaler Rahmen und Koordination
Das deutsche "Seabirds at Sea"-Programm wurde 1990 gestartet. Die Kontaktadresse lautet:
Die Zählungen selbst werden durchgeführt von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste, des Instituts für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland" und der "Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg e.V."
Mitfahrmöglichkeiten an Bord ihrer Schiffe gewährten eine Reihe von Instituten, Behörden und Reedereien. Nur durch diese Gelegenheiten ist es möglich, das Programm über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. 
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Grundlegende Ziele des Programmes 
Grundlegendes Ziel des deutschen Programmes ist die Beschreibung und Analyse des Vorkommens von Seevögeln auf der offenen See, insbesondere in den deutschen Bereichen von Nord- und Ostsee. Wichtig ist es dabei, die Ursachen der Verteilung und die sie steuernden Faktoren zu erarbeiten. Nur dann ist es auch möglich, einen umfassenden Schutz der dort lebenden See- und Küstenvögel zu gewährleisten.
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Auswertungen
Im Rahmen der Projekte sowie weiterer Forschungstätigkeiten entstanden eine ganze Reihe von Veröffentlichungen, die u.a. folgende Themen zum Inhalt hatten:

  • Monitoring von Seevögeln auf See (Garthe et al. 2003a)

  • Fachvorschläge für EU-Vogelschutzgebiete in der AWZ (Garthe 2003a)

  • Verteilung, Habitatwahl und Ernährungsökologie von Möwen in der Deutschen Bucht (Kubetzki & Garthe 2003, Schwemmer & Garthe 2005, Schwemmer & Garthe 2006, Schwemmer & Garthe 2008, Schwemmer et al. 2008)

  • Einfluss hydrographischer Faktoren auf die Seevogelverteilung in der Deutschen Bucht (Garthe 1997, Markones 2003, Markones 2007)

  • Nutzung von Fischereiabfällen durch Seevögel in der Ostsee (Garthe & Scherp 2003)

  • Verbreitung und Bestände ausgewählter Seevögel in der deutschen Nord- und Ostsee (Garthe 2003a, Dierschke et al. 2004, Garthe & Flore 2007, Garthe et al. 2007, Mendel et al. 2007, Markones et al. 2008)

  • Brut- und Rastvorkommen, Gefährdung und Schutz von Wasservögeln in der deutschen Nord- und Ostsee (Garthe et al. 2003b, Sonntag et al. 2004, 2006, Garthe 2006, Garthe & Skov 2006, Mendel et al. 2008)

  • Seevogelverbreitung und Offshore-Windenergienutzung (Exo et al. 2002, Hüppop et al. 2002, Garthe & Hüppop 2004, Dierschke et al. 2006).

Ein Überblick über die laufenden Aktivitäten sowie einige Auswertungen zu Bestandsveränderungen sind vor kurzem in Heft 1/2005 der Zeitschrift "Vogelwelt" erschienen (Bezug: vogelwelt@aula-verlag.de, 15 Euro). Download
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Schwerpunkte des Programmes für die nächsten Jahre 
Inhaltlich folgt das Seabirds at Sea Programm weiterhin einer Kombination aus Grundlagenforschungsaspekten und angewandten Fragestellungen. Vier Themen können für die kommenden Jahre als prioritär eingestuft werden:

  • Etablierung eines Monitoring von Seevögeln auf See

  • Erstellung eines Atlas der Seevögel der Deutschen Bucht

  • Datenaufarbeitung und Konzepte zu Schutzaspekten auf See (z.B. Management in den EU-Vogelschutzgebieten in Nord- und Ostsee, Auswirkungen von verschiedenen Meeresnutzungen)

  • Analyse des Zusammenwirkens von hydrographischen Phänomenen, Nahrungsverfügbarkeit und Seevogelverteilungsmustern.

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Finanzierung
Seit dem Jahr 2000 ist es gelungen, eine Reihe größerer Projekte einzuwerben, die neben einer wesentlichen Verbesserung der Datenlage auch umfangreiche Auswertungen sowie eine wenigstens Teilaspekte berücksichtigende Kontinuität ermöglicht haben:

  • "See- und Wasservögel in der deutschen Ostsee und ihr Schutz im Rahmen internationaler Vereinbarungen" (2000-2002; Bundesamt für Naturschutz; FKZ 800 86 002; Abschlussbericht: Garthe et al. 2003b).

  • "Erfassung von Rastvögeln in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee (ERASNO)" (2002; Bundesamt für Naturschutz; FKZ 802 85 280; Abschlussbericht zum Download bzw. Garthe 2003).

  • "Rastvogelvorkommen und Offshore-Windkraftnutzung: Analyse des Konfliktpotenzials für die deutsche Nord- und Ostsee" als Teilprojekt 5 des Verbundvorhabens "Marine Warmblüter in Nord- und Ostsee: Grundlagen zur Bewertung von Windkraftanlagen im Offshorebereich (MINOS)" (2002-2004; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; koordiniert vom Landesamt für den Nationalpark Schleswig- Holsteinisches Wattenmeer; FKZ 0327520; Abschlussbericht zum Download.

  • "Verbreitung und Häufigkeit von See- und Küstenvögeln in der niedersächsischen 12-Seemeilen-Zone der Nordsee" (2002-2003; Niedersächsisches Landesamt für Ökologie; Abschlussbericht: Garthe et al. 2004).

  • "Erfassung von Meeressäugetieren und Seevögeln in der AWZ von Ost- und Nordsee (EMSON)", Teilvorhaben Seevögel (2003-2005; Bundesamt für Naturschutz; FKZ 802 85 260). Abschlussbericht zum Download.

  • "Zeitlich-räumliche Variabilität der Seevogel-Vorkommen in der deutschen Nord- und Ostsee und ihre Bewertung hinsichtlich der Offshore-Windenergienutzung" als Teilprojekt 5 des Verbundvorhabens "MINOS 2 - Weiterführende Arbeiten an Seevögeln und Meeressäugern zur Bewertung von Offshore - Windkraftanlagen (MINOS plus)" (2004-2007; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; koordiniert vom Projektträger Jülich, Geschäftsbereich Erneuerbare Energien; FKZ 0329946B). Abschlussbericht zum Download (11 MB).

  • "Habitatwahl der Seevögel in der deutschen Nord- und Ostsee als Grundlage zur Bewertung von Eingriffen" (2007-2009; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; koordiniert vom Projektträger Jülich, Geschäftsbereich Erneuerbare Energien; FKZ 0327627).

Hinzu kommen noch kleinere Verträge, z.T. im Rahmen größerer Vorhaben mit anders gelagerten Schwerpunkten.
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Zur zitierten Literatur 


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